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Tierschutzwidrig?

allgemeine Themen rund um den Hund

Tierschutzwidrig?

Beitragvon Friesenbursch » So Dez 13, 2009 19:32

Angenommen... eine Frau sieht bei einem Schäfer einen runtergekommenen Hund, der in einem finsteren, zugigen, dreckigen Verschlag dahindämmert. Ein Bild des Elends. Die Frau beschließt, dem ein Ende zu machen und kauft dem Schäfer den Hund ab.

Sie macht aus diesem Elendsbündel in wenigen Monaten einen selbstbewußten Hund, der mit ihr durch Dick und Dünn geht. Wer den Hund jetzt sieht, muß einfach zugeben: ein Klassehund.

Dennoch: Hat die Frau tierschutzwidrig gehandelt?

Warum diese Frage? Ein AH-Experte plädiert wiederholt dafür, daß die Schäfer auf diesen Hunden unbedingt sitzenbleiben müssen. Alles andere sei sogar "tierschutzwidrig".

Müßte man den Begriff „tierschutzwidrig“ nicht eher auf diesen AH-Experten anwenden?
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Sukadeva » So Dez 13, 2009 21:37

Wenn ein Hund in einem zugigen dreckigen Verschlag dahinvegetieren muß ist das für mich auch tierschutzwidrig.
Meine Hündin hab ich aus so einem Loch herausgekauft. Gleichzeitig hab ich mich aber dafür eingesetzt , dass der "Tierschutz" dem ehemaligen Besitzer immer wieder auf die Finger schaut, damit es eben nicht noch ein Mal so einen ungeplanten Wurf gibt.
Oft hab ich auch schon gehört dass man dadurch, dass man solche Hunde herauskauft für noch mehr Hundeelend sorgen würde. Und das sei falsch.
Mag sein, wenn man Hunde aus dem Ausland holt ist das vielleicht genauso falsch?

Es ist ein Leichtes, zu urteilen aus der Ferne. Wenn man aber vor einem Tier steht, dem man helfen könnte ist es sehr schwer zu sagen ich sehe einfach weg.
Auch das muß man können. Muß man wirklich?

Ich hätte meine Hündin auch dort lassen können und mir einen lieben braven einfachen Hund zulegen und den Rest dem Tierschutz überlassen.
Aaaaaaaaaaaaaber, diese Mühlen mahlen seeehr langsam.
Erst bekommt der Hundehalter bestimmte Auflagen die es zu erfüllen gilt.
Größerer Zwinger, besseres Futter, gescheit misten etc.
Ok, die Auflagen werden erfüllt, es wird einmal kontrolliert (nach Voranmeldung) und das war es dann bis wieder jemand eine Anzeige macht.
Dann das gleiche Spiel nochmal von vorne.
Es vergeht viel viel Zeit.
Zu viel Zeit für ein Hundeleben.
Inzwischen sind die Hunde so versaut, dass man vieles garnicht mehr gut machen kann.
Eine Schwester meiner Hündin ist inzwischen so sehr verängstig was Männer betrifft, dass sie kaum mehr vermittelbar ist obwohl erst ein Jahr alt.
Wenn ein Mann auf sie zugeht kommt sie so in Panik dass sie nur noch weg will. Egal was kommt, obwohl ich schon sein 7 Monaten regelmäßig mit ihr Gassi gehe. Es ist ein Jammer.

Liebe Grüße Eva
Sukadeva
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Marco » Mo Dez 14, 2009 12:01

Moin zusammen,

was da tierschutzrelevant ist, wird durch die Tierschutz-Hundeverordnung geregelt. Speziell sind hier §4 "Anforderung an das Halten im Freien" und §6 "Anforderung an die Zwingerhaltung" relevant.

Lieben Gruß,
Marco
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Sukadeva » Mo Dez 14, 2009 14:37

Genau das meine ich.
Sind die Auflagen erfüllt ist alles Friede, Freude, Eierkuchen. kotz*
Für mich hat ein Hund/Tier auch Gefühle wie Schmerz und Leid und Freude.
Wo steht davon was in diesen Auflagen?

Liebe Grüße Eva
Sukadeva
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Marco » Di Dez 15, 2009 10:53

Moin Eva,

wie stellst Du Dir denn vor, dass es sein sollte, wenn nicht durch Auflagen und Kontrollen?

Lieben Gruß,
Marco
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon NicoleH » Di Dez 15, 2009 12:16

Tierschutzwidrig finde ich das nicht… sondern menschlich.

Allerdings heißt es nicht, dass ich es richtig finde. Ich vertrete auch die Meinung, dass wenn die Schäfer (oder andere Vermehrer) immer wieder Käufer für die Welpen finden, auch niemals die Vermehrung aufhört.. warum auch… bringt doch Geld, bei Null Aufwendung.
Ich persönlich finde auch die Einfuhr von den ganzen südländischen Hunden nicht gut. Unsere Tierheime platzen sowieso schon.
Vielmehr müste man das Geld für Flüge, Pflegefamilien...in Aufklärung und Kastrationen stecken.

Aber dieses Thema vom Schreibtisch aus zu diskutieren, finde ich sehr sehr schwierig bis unmöglich…
wenn man das Elend nicht mit eigenen Augen gesehen hat, kann man sich eigentlich kein Urteil erlauben.

Ich selber habe schon sehr schlechte Haltungsbedingungen bei Schäfern gesehen. Ich hätte gleich drei Würfe auf einmal dort mitnehmen können. Aber ich hätte nur Platz für neue gemacht! Mann kann nur die Behörden darauf aufmerksam machen (die sowieso so gut wie nix machen) und eventuell behutsam versuchen einen positiven und aufklärenden Einfluss auf den Schäfer zu haben, mehr ist auf legalem Weg nicht möglich. Beschimpfungen und Drohungen haben keinen Sinn und verursachen nur, dass die Hunde noch tiefer in dunkle Verschläge gestopft werden.


LG Nicole
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Friesenbursch » Di Dez 15, 2009 15:25

Die Frage war eigentlich, ob es hinnehmbar ist, wenn ein AH-Vertreter öffentlich dafür plädiert, daß die Schäfer auf Hunden, wie der oben erwähnte, sitzenbleiben sollen – insbesondere weil sie nicht „ordentlich und nach den Regeln aller anderen Hunderassen gezogene Altdeutsche Hütehunde“ sind. Den Schaden hat dabei dieser Hund. Wenn man meint, damit die Anzahl fragwürdig gehaltener Hunde oder Welpenproduktionen zu reduzieren, ist das nicht besonders scharfsinnig, sondern zynisch.

Im übrigen ging es dem Schäfer auch nicht darum, diesen oder andere Hunde zu verkaufen. Es gibt unterschiedliche Gründe, warum bei einigen zu viele Hunde schlecht gehalten werden. Und es gibt in der Praxis kaum Wege, diesen Typen in Grenzbereichen beizukommen. Es sei denn, es eskaliert dermaßen, daß Paragraphen greifen.

Und wenn dann – wie n dem obigen Beispiel – jemand solch einem Hund ein besseres Zuhause gibt, ist einiges gewonnen. Das ist etwas anderes, als beim profitorientierten Vermehrer - seien es Schäfer, Scheinschäfer oder Private - Platz für neue Welpen zu schaffen.

Wenn dann jener AH-Experte Leuten wie dieser Frau nicht nur ein tierschutzwidriges Verhalten, sondern obendrein ein Helfersyndrom (d.h. etwas Krankhaftes ) unterstellt, ist das aus meiner Sicht tierschutzwidrig und obendrein eine bewußt verletzende Provokation auf Kosten der Hunde.
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Marco » Di Dez 15, 2009 22:04

Moin "Friesenbursch",

das klingt nicht danach, als wenn es Dir um eine inhaltliche Diskussion ginge. Über irgendwelche Dritte ("AH-Experte"), deren Aussagen offenbar aus dem Zusammenhang gerissen und in eigener Darstellung hier wiedergegeben werden, kann man ja gar nicht sinnvoll diskutieren. Wenn Dich wirklich die Meinung des "AH-Experten" interessiert, dann solltest Du das mit demjenigen selbst klären.

Ansonsten kann ich Dir nur sagen, dass ich es absolut verstehen kann, dass man es ablehnt jeden spanischen, rumänischen, griechischen oder türkischen Hund nach Deutschland zu holen. Genauso verstehe ich die Ablehnung des Kaufes von Welpen aus dem Kofferraum eines Autos an der polnischen oder belgischen Grenze. Und ja, ich verstehe auch, wenn man nicht jeden Hund eines Schäfers aus dem Stall weg kauft. Keine dieser Ansichten ist in irgendeiner Form tierschutzrelevant oder zynisch. Der Zynismus liegt ganz woanders.

Meint,
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Friesenbursch » Mi Dez 16, 2009 10:34

Marco hat geschrieben:
das klingt nicht danach, als wenn es Dir um eine inhaltliche Diskussion ginge. Über irgendwelche Dritte ("AH-Experte"), deren Aussagen offenbar aus dem Zusammenhang gerissen und in eigener Darstellung hier wiedergegeben werden, kann man ja gar nicht sinnvoll diskutieren.


Du hast den Inhalt der Diskussion vermutlich richtig erkannt. Und zu diesem Inhalt gehört nun mal jener AH-Experte zitiert, der den Anlaß für die Diskussion gibt und mit seinen Meinungen für einige nicht irgendwer ist. Jedes Zitat kann immer nur aus einem Zusammenhang geholt sein. Würde ich den vollständig wiedergeben und mit vielen gleichgerichteten Aussagen der Vergangenheit zum Gesamtzusammenhang verbinden, käme ich zu zum selben Ergebnis: vermutlich tierschutzwidrig und mit Sicherheit zynisch.

Marco hat geschrieben:
Wenn Dich wirklich die Meinung des "AH-Experten" interessiert, dann solltest Du das mit demjenigen selbst klären.




Die Meinung dieses AH-Experten kenne ich mittlerweile – wenn es auch etwas gedauert hat. Und weil diese Meinung öffentlich verbreitet wird, halte ich es für richtig, öffentlich dazu Stellung zu nehmen. Es geht mir nicht um die Person, sondern um die Meinung, die damit öffentlich verbunden ist. Insofern muß ich das nicht mit der Person oder irgendwelchen Claqueuren klären.

Marco hat geschrieben:
Ansonsten kann ich Dir nur sagen, dass ich es absolut verstehen kann, dass man es ablehnt jeden spanischen, rumänischen, griechischen oder türkischen Hund nach Deutschland zu holen. Genauso verstehe ich die Ablehnung des Kaufes von Welpen aus dem Kofferraum eines Autos an der polnischen oder belgischen Grenze. Und ja, ich verstehe auch, wenn man nicht jeden Hund eines Schäfers aus dem Stall weg kauft. Keine dieser Ansichten ist in irgendeiner Form tierschutzrelevant oder zynisch. Der Zynismus liegt ganz woanders.

Meint,
Marco


Ansonsten kann ich Dir nur sagen, daß davon in meinen Beiträgen nicht die Rede war und ich in den Punkten ähnlich denke wie Du.

Um es zu wiederholen, mir geht es um Hunde, die bei Schäfern dahindämmern, die, übertrieben gesagt, in Sachen Tier unverschuldet schuldig geworden sind. Mein Eindruck ist, daß den meisten Forenschreibern die Realität in so manchen Schäferhaushalten völlig fremd ist.

Aus meiner Sicht habe ich mich klar geäußert und würde es gerne dabei belassen. . Die Lust vergeht einem und der Sinn solcher Foren zerfällt, wenn man ständig zu etwas Stellung nehmen soll, was man nicht geschrieben hat.
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Loki » Mi Dez 16, 2009 11:21

Friesenbursch hat geschrieben:Um es zu wiederholen, mir geht es um Hunde, die bei Schäfern dahindämmern, die, übertrieben gesagt, in Sachen Tier unverschuldet schuldig geworden sind. Mein Eindruck ist, daß den meisten Forenschreibern die Realität in so manchen Schäferhaushalten völlig fremd ist.


Ich finde diese eingleisige Meinung zum Tierschutz völlig irrelevant.

Für den im Verschlag dahindämmernden Hund spielt es keine Rolle wo der Verschlag sich befindet. Bei einem Schäfer, bei einem Bauern, bei einer Privatperson auf dem Grundstück. Ihm geht es auf alle Fälle schlecht.

Jedes Tier hat das Recht auf artgerechte Haltung.

LG Monika
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Marco » Mi Dez 16, 2009 13:10

Moin!

Friesenbursch hat geschrieben:Die Meinung dieses AH-Experten kenne ich mittlerweile – wenn es auch etwas gedauert hat. Und weil diese Meinung öffentlich verbreitet wird, halte ich es für richtig, öffentlich dazu Stellung zu nehmen. Es geht mir nicht um die Person, sondern um die Meinung, die damit öffentlich verbunden ist. Insofern muß ich das nicht mit der Person oder irgendwelchen Claqueuren klären.
Ach?! Und statt dessen meinst Du dann, dass wir jetzt auf diesen, Dir bekannten, aber hier nicht genannten "AH-Experten", aus der Ferne eindreschen?

Ich kann mich nur Monika anschließen. Das Leid der Hunde ist unabhängig davon, wo sie leiden und ich verstehe auch nicht wirklich, was Du mit "unverschuldet schuldig geworden" meinst.

Meint,
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Briddy » Mi Dez 16, 2009 14:03

Jedes Tier hat das Recht auf artgerechte Haltung.

Wahre Worte! Axel engagiert sich aber nunmal intensiv in der Vermittlung speziell von Altdt. Hütehunden, und da ist die Assoziation zum Schäfer halt naheliegend. Ich halte es auch für sinnvoller, sich auf einen bestimmten Bereich zu konzentrieren, in dem man sich dann auskennt, anstatt sich heillos zu verzetteln, weil man allen helfen will.

Natürlich hat man es als Privathalter leichter, einen sorgfältig auf das Familienleben vorbereiteten Hund in die "Zivilisation" zu integrieren, das ist eine Binsenweisheit. Und wer es sich nicht zutraut, einen Hund "aus dem Verschlag" zu holen, der soll es doch sein lassen. Aber generell davon abzuraten, Hunde von Schäfern zu nehmen, wo sie nicht in für Privatleute optimalen Verhältnissen aufwachsen, ist ein arger Tritt gegen das Anliegen des Tierschutzes. Soll man die Hunde dort vergammeln lassen? Haben diese Hunde kein Recht auf ein gutes Leben?

Und die Gleichung "unsozialisierter Hund vom Schäfer = Problemhund, Hund aus guter Privataufzucht = easy Familienhund" geht schon gar nicht auf, dazu kenne ich zu viele Gegenbeispiele. Es steht und fällt immer mit den Fähigkeiten des Hundehalters und natürlich mit dem Charakter des Hundeindividuums, egal woher der Hund stammt.
Wie gewohnt schlägt der sogenannte "Experte" mit der rhetorischen Keule um sich, ohne eine Ahnung zu haben, von was er eigentlich redet, denn er selber hatte ja noch nie einen "unsozialisierten AH vom Schäfer".

Ich halte es aber für wichtig, sorgfältig abzuwägen, ob man einen rein profitorientierten Welpenvermehrer damit unterstützt.

Hab ja selber zwei Hunde aus "schäfer'scher Überproduktion" und suboptimaler Haltung und bin sehr zufrieden damit. Beide haben sich wunderbar entwickelt.
Ich hätte sie allerdings nicht gekauft, wenn ich den Eindruck gehabt hätte, man würde zum Geldverdienen nonstop Welpen produzieren.
Aber die geringen Beträge ("für die Futterkosten"), die man in beiden Fällen für die Hündinnen haben wollte, und das sonstige Drumherum überzeugten mich davon, dass ich damit nicht geldgierige Vermehrer unterstützte.
Der Schäfer behielt zwei Welpen aus dem Wurf für sich selbst. Dummerweise bestand der Wurf aus 12 (!!) Welpen. Was hätte er bitteschön mit den anderen 10 Welpen machen sollen? Auf dem Hof vergammeln lassen als überflüssige und kostenverursachende Fresser? Und sie sich vielleicht weiter vermehren lassen, weil Kastrationen zu teuer sind? Im Tierheim abgeben? Früher hätte man sie totgeschlagen, wollen wir dahin zurück?

In Jennas Fall vergaß der Schäfer ganz, nach dem Geld zu fragen, der packte mir den Welpen ins Auto, froh, wieder einen loszuwerden, und hätte mich einfach abfahren lassen. Ich drückte ihm dennoch den vereinbarten Betrag in die Hand, da Hof und Menschen einen so heruntergekommenen ärmlichen Eindruck machten. Die Aufklärung über die Art von Hund, die ich mir da gerade eingehandelt hatte, ließ natürlich sehr zu wünschen übrig, was aber eindeutig mit dem Intellekt der Leute zusammenhing (der Herr, mit dem ich zuerst sprach, war geistig behindert, und sein Sohn, der Schäfer, machte auch nicht gerade einen weltgewandten Eindruck).
Aber man vergaß NICHT, mich mehrmals zu fragen, ob ich denn tierlieb sei!!! So verrückt das klingen mag, aber ich hatte wirklich den Eindruck, als würden sie ihre Tiere lieben, trotz der tierschutzrelevanten Haltungsbedingungen. Ich halte es für ekelhaft überheblich, solche Leute zu verachten und dazu aufzufordern, sie mit den Tiere einfach hängen zu lassen. Oder gar zu verlangen, sie sollten für optimale Haltung und Sozialisation sorgen! Meine Güte, die arbeiten sich krumm für das Lebensnotwendigste und haben anderes zu tun, als sich durch Hundeforen oder -bücher zu lesen. Da werden die Tiere dann eben gehalten, wie man das auf'm Land "schon immer" getan hat und wie es für deren Zwecke absolut ausreichend ist.
Nicht, dass ich das schön finden würde, aber durch weltfremde Forderungen erreicht man gar nichts, weder für die Menschen noch für die Hunde.
Vielleicht sollte sich der Herr "Experte" mal aus seinem noblen Villenviertel hinausbewegen und das Leben kennenlernen, wo es dunkel, schmutzig und arm ist. Vielleicht doziert er dann nicht mehr so arrogant.

Jenna war übrigens die kleinste der ca. 12 Wochen alten Welpen, der "Omega-Hund" eben und scheu und verängstigt. Sie hat sich mit Hilfe ihrer schier unglaublichen Neugier und Lernbegierigkeit erstaunliche schnell zu einem Hund entwickelt, mit dem ich bald problemlos in der Stadt zwischen knallenden Auspüffen und anfahrenden Bussen spazierengehen konnte. Mit ca. 1 1/2 Jahren hat sie auch die Berliner "Großstadttauglichkeitsprüfung" problemlos bestanden.

Kimmi, die ich mit 14 Monaten ebenfalls "aus dem Schafstall" holte, war zunächst weder stubenrein noch kannte sie das Wohnungsleben, erschrak beim Geräusch der Küchenmaschinen und kläffte den fremden Hund im Spiegel an. So what! Heute habe ich in ihr einen Hund, der beim Tösen des Mixers freudig sabbert, weil es leckere Gemüsematsche bedeutet, und dem ich mit dem Staubsauger um die Pfoten drumrumsaugen kann.

Ich bin überzeugt davon, wenn ein Hund aus suboptimalen Verhältnissen in der Lage ist, sich wieder zu berappeln, dann ein AH. Die stecken einiges weg. Kein Wunder bei der Zuchtselektion, wie sie vor allem in früheren Zeiten stattfand: Nur die Harten komm'n in'n Garten.
Man hat's nicht leicht, aber leicht hat's einen.
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Admin » Mi Dez 16, 2009 14:44

Ach?! Und statt dessen meinst Du dann, dass wir jetzt auf diesen, Dir bekannten, aber hier nicht genannten "AH-Experten", aus der Ferne eindreschen?

Marco, Du und manch anderer merken es vielleicht nicht so, aber der genannte "AH-Experte" drischt mit diesem Thema seinerseits auf bestimmte Personen ein, und das in weit verletzenderen Worten als hier gefallen sind.

Aber Du hast recht, wir sollten uns hier nicht auf dieses Niveau hinunterlassen, auch wenn manchem die Retourkutsche noch so sehr in den Fingern jucken mag.

Ich fordere daher alle an der Diskussion Beteiligten auf, im weiteren Verlauf jeglichen Bezug zu Aussagen Dritter zu unterlassen.

Laßt uns bitte einfach weiter darüber diskutieren, wie und ob man den genannten Hunden helfen kann und ob es Sinn macht, sie aus tierschutzwidrigen Umständen herauszuholen.

Mit freundlichen Grüßen
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon Friesenbursch » Mi Dez 16, 2009 15:01

Marco hat geschrieben:Moin!

Und statt dessen meinst Du dann, dass wir jetzt auf diesen, Dir bekannten, aber hier nicht genannten "AH-Experten", aus der Ferne eindreschen?

Ich kann mich nur Monika anschließen. Das Leid der Hunde ist unabhängig davon, wo sie leiden und ich verstehe auch nicht wirklich, was Du mit "unverschuldet schuldig geworden" meinst.

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Das einzige, was ich erwarte ist, am Text zu bleiben und mal nachzudenken - im übrigen bist Du doch so fern von dem Experten gar nicht


...und da der Ausgangspunkt gewisse Hunde bei Schäfern waren, ist halt nur von diesen im Augenblick die Rede
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Re: Tierschutzwidrig?

Beitragvon P&N » Mi Dez 16, 2009 16:24

um beim Thema zu bleiben: tierschutzrelevant oder nicht.

dieses Forum heißt ja nicht umsonst *Interessengemeinschaft Altdeutscher Hütehunde* - wenn es nämlich nicht so hieße, könnte ich obige Beiträge über Hunde aus Polen, Spanien, Rumänien, Griechenland etc. verstehen. Das heißt für mich im Umkehrschluß, daß hier es um Altdeutsche geht, also fallen die anderen Hunde als Diskussionsgrundlage erstmal raus.

Tierschutzrelevanz im Sinne von Paragraphenreiten erkenne ich bei Schäfern, die ähnlich wie Britta sie beschrieben hat sind, nicht.

Mancher mag es wohl nicht wissen oder bequemer Weise die Augen davor verschließen, aber es gibt eine Unzahl an Schäfereien, deren Schäfer von weniger als dem Existenzminimum eine Familie durchbringen (ich spreche nicht von Schäfern, die über irgendwelche Organisationen angestellt sind, sondern von *Freiberufler*, viele davon seit Generationen). Das bedeutet wiederum, wenn deren Arbeitshunde in Jahre kommen, fallen zwangsweise wieder Würfe, schließlich muß auch hier für Nachfolge gesorgt werden. Nun ist es ja so, daß nicht von allen Würfen alle Hunde eingesetzt werden können bzw. nicht alle die b e n ö t i g t e n (nicht gewünschten !) Eingeschaften aufweisen. Somit bleiben welche übrig.

Was nun ? Das sind keine Schäfer, die ihre Hunde anpreisen wie warme Semmeln, das sind keine die, wie es gerne gesehen würde, ihre Hunde mit Zettelchen (sprich Papieren) ausstatten, daß sich schnell ein Käufer findet. Das sind die, wie sie Britta beschrieben hat: die einem einen Hund, der sich für die Arbeit nicht eignet, ohne Geld oder für ein paar Euros mitgeben - einfach um einen weniger durchfüttern zu müssen.
So - und diesen Leuten soll man dann sagen, daß es mit dem Hundeverkauf besser ginge, wenn sie das Geld, das sie in ihr Geschäft stecken um zu überleben, lieber in schöne Zwinger investieren sollten, damit die Haltung ihrer Hunde nicht als tierschutzrelevant (laut den schönen Paragraphen) angesehen wird ?

Oder soll man sich vielleicht mal auf den Weg machen diese Menschen zu besuchen, vielleicht sogar guten Kontakt mit ihnen pflegen, anfangen zu verstehen, was da vor sich geht, wie wichtig oder unwichtig das Überleben einer Familie ist und dann, wenn es möglich ist, einen dieser Hunde, die ursprünglich gezüchtet wurden um die Schäferei am Laufen zu halten, zu übernehmen ?

Man möge sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: viele der hier und anderswo vertretenen Altdeutschen könnten mit dem heutigen Tag abgeknallt werden, wenn die entsprechenden Halter davon ausgingen, daß sie Hunde aus tierschutzverdächtigen Haltungen aufgenommen haben und diese Hunde, bedingt durch ihre Herkunft, es schlicht und ergreifend nicht wert sind ein zu Hause zu finden.

Was aber, wenn sich herausstellt, daß bei diesen wertlosen, unsozialisierten, überflüssigen, ohne Daseinsberechtigung existierenden Hunde ausgerechnet Hunde dabei sind, die den ursprünglichen, unbedingt erhaltenswerten AH repräsentieren, ursprünglicher und (aus züchterischer Sicht) reiner als einer, der aus gutsituierter, profitorientierter Zucht kommt oder einer, der per Zettelbescheid dazu berechtigt ist, einer zu sein, es aber nicht oder vielleicht nur dem Äußeren nach ist ?

Dann wird´s doof ...

... und die Schäfereien, die es sich nicht leisten können ihre Hunde in picobello, paragraphenkonformen Zwingern unterzubringen, springen weiterhin munter über die Klinge - mitsamt ihren Hunden ...

ich finde, wenn man das sehenden Auges zuläßt, hat man nicht nur ein paar *unwürdige* Hunde auf dem Gewissen, sondern einen ganzen Berufsstand - und Wesentliches noch nicht gesehen oder gehört.
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