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Junghund und Pferd?

Fragen zu Erziehung und Verhaltensrepertoire, Problembesprechung

Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Sa Apr 11, 2009 22:00

Hallo Ihr Lieben, hätte da ein paar Fragen:
Wie gewöhne ich meine Junghündin ans Pferd?
Wie gewöhne ich sie ans Fahrrad?
Sollte ich jetzt schon damit anfangen oder bin ich schon spät dran?

Hab sie seit 1. Februar und sie ist jetzt gut fünf Monate alt. (Süddeutsche Schwarze/Stumper- Mischling ).
Sie wiegt jetzt ca. 14 kg und hat einen Brustumfang von 60cm. Ich denke, sie wird so ca Schaferhundgröße erreichen.
Wir üben das Leinelaufen ohne Ziehen und auch sonst ist halt alles noch im Aufbau.
Zuverläßig abrufen kann ich sie natürlich auch noch nicht. Dazu ist alles noch zu spannend und zu neu für sie.
Sie kannte die ersten 3 Monate außer Zwinger, Eltern und Geschwister noch garnichts. Keine anderen fremden Menschen, Hunde, Autos, Schirme, Kindergeschrei, keine Wohnung von innen, rein garnichts.
Wir haben eine lange Sozialisierungsphase eingeplant (Welpenschule seit Februar einmal die Woche) aber sie lernt unheimlich schnell, dass ihr das Alles nichts tut und auch nicht gefährlich ist. Bin überrascht wie schnell das geht.
Bis vor 2 Wochen hat sie noch alles angebrummt was ihr fremd und neu war.

Da ich mir MItte Januar das Bein gebrochen hatte (Op mit Platte und Schrauben) war ich doch sehr eingeschränkt und mußte 6 Wochen mit Krücken gehen ohne das Bein zu belasten. Das heißt, meine Surya (Sonne) hat natürlich mehr Power als ich und ich denke, wenn sie älter ist, kann ich sie durch Pferd und/oder das Mitlaufen lassen am Fahrrad auch mehr auslasten.

Ich dachte mir, ich geh mal mit Pferd und Junghund an der Leine einfach mit Beiden spazieren.

Nun bin ich gespannt auf Eure Tipps.

Liebe Grüße von Eva und Surya und wir wünschen nachträglich noch Allen schöne besinnliche Osterfeiertage
Sukadeva
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Faster » Mo Apr 13, 2009 14:12

Ich denke, Du bist zu früh.
Ich würde mir einen Führer fürs Pferd nehmen, (ich hoffe das Pferd ist vernünftig) und mit dem Hund nebenher laufen.
Und Leinenführigkeit ist meiner Meinung nach das A und O.
Später vom Pferderücken ist der Einfluß noch geringer!
Mit dem Radfahren warte auch noch ein bißchen. Die Experten sagen, der Hund sollte etwa ein Jahr alt sein.
Meike
Wer hinter den Hunden reitet, kann nicht vor die Hunde gehen!
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Marco » Mo Apr 13, 2009 18:23

Moin Eva,

ich habe zwar kein Pferd und reite auch nicht, aber ich würde es so machen, wie Meike es vorgeschlagen hat. Wenn jemand anders das Pferd führt, kannst Du erstmal Deinen Hund gewöhnen, in dem Du ihn in passender Entfernung zum Pferd mit Surya weiter an der Leinenführigkeit übst. Wenn sie, wie Du schreibst in den ersten Monaten nicht allzuviele Erfahrungen gesammelt hat, dann würde ich das langsam und ruhig angehen und keinen "Überfall" versuchen. Lasst Euch Zeit. Bis Du reitender Weise Deinen freilaufenden Hund kontrollieren kannst, dürfte es noch etwas brauchen.

Mit dem Fahrradfahren hat Meike auch recht: Frühestens mit einem Jahr ist Dein Hund körperlich soweit entwickelt, dass er so langsam die Belastung längerer Laufstrecken aushalten kann. Trotzdem kannst Du natürlich schon vorher anfangen ein wenig zu üben. Surya sollte lernen, weder Angst vor dem Rad zu haben, noch sorglos damit umzugehen, da Pfoten in den Speichen schon zu bösen Verletzungen führen. Du kannst also z.B schon üben, dass Du das Fahrrad schiebst und Surya bleibt auf der anderen, rechten Seite. Diese Position ist ja auch wichtig, falls Du in der Nähe oder auf einer Strasse fahren musst, da sie dann dem Verkehr abgewendet ist.

Es gibt diese Anbauten an das Fahrrad, wie z.B. die Halterung von Springer, mit denen man die Hunde recht sicher am Fahrrad führen kann, wenn das mit Freilauf und Gehorsam noch nicht so recht klappt. Trotzdem würde ich aber auf Radtouren immer auch ein wenig Kopfarbeit und Unterordnungsübungen mit dem Hund machen, weil bloßes Radfahren lediglich die Kondition des Hundes fördert, ihn aber nicht unbedingt auslasten muss.

Lieben Gruß,
Marco
I find it difficult to understand why punishment would be necessary to teach the relatively simple behaviors asked for in "competition" (Bob Bailey)
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Ole1 » Mo Apr 13, 2009 18:30

Hallo Eva,
ich versuche auch gerade langsam meinen Hund ans Pferd zu gewöhnen. Ich habe es eine Zeit lang so gemacht, daß ich das Pferd geführt habe und eine zweite Person neben mir den angeleinten Hund hatte. Es ist bei uns schwierig, wenn uns andere Hunde begegnen, weil Ole dann an der Leine voll ausrastet. Deshalb ist die zweite Person sehr hilfreich, denn wenn er zieht wie verrückt, kann ich nicht viel machen mit dem Pferd an der Hand. Bevor die Grundkommandos nicht
sitzen, werde ich ihn auf gar keinen Fall vom Pferd aus mitnehmen.
LG Klaudi [smilie=hello.gif]
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Mo Apr 13, 2009 20:23

Hallo Ihr Lieben,
erstmal dankeschön für Eure Antworten. Hatte ich mir fast schon gedacht.
Heute waren meine Tochter und ich mit Surya und einer braven älteren Stute spazieren.
Erst ist Surya brüllend auf die Stute zugerast und als diese sie nicht beachtet hatte und zu grasen begann, wollte Surya die Stute zum Spielen auffordern.
Das Senken des Pferdekopfes hat sie wohl dazu animiert. Das Pferd wollte aber trotzdem lieber fressen.
Nachdem ich eine Zeitlang mit Surya neben dem Pferd hergelaufen bin ging es ganz gut und war gleich nicht mehr so spannend.
Ich denke, das wird schon.

Woran wir gerade gut arbeiten müßen ist der Freilauf.
Sie kommt zwar auf mein Rufen in meine Nähe und wenn ich in die andere Richtung gehe kommt sie mir nach aber eben nur bis auf 1 1/2 Meter an mich ran.
Trotz Leckerli etc. ist ihr das Rennen wichtiger und ich kann ganz genau sehen dass sie wohl weis was ich von ihr will aber sie hat keinen Bock drauf.
Nun bleibt sie halt wieder eine Zeit an der Schleppleine wenns nicht anders geht.
Tut mir echt leid aber ich hab sie ja sonst nicht unter Kontrolle.
Ist echt scheiße, wenn Du mit Leckerlies dastehst und der Hund verarscht einen.
Wie geht ihr denn damit um?

Heut hab ich Mist gebaut und nach dem Kommando Sitz, (das sie nicht befolgt hat ) die Leine nach ihr geworfen und promt getroffen, was nicht beabsichtigt war.
Eigentlich wollte ich dass die Leine vor ihr runterfällt.
Surya war schneller.
Mit dem Ergebnis dass sie natürlich garnicht mehr herkam.
Bin dann schweigend über die Wiese nach Hause gegangen und sie schlich mir Gott sei Dank hinterher bis in die Wohnung.
Jetzt kann ich wieder von vorne anfangen und könnte mich in den Hintern beißen, weil ich so unbeherrscht reagiert habe.
Nach ein paarmal sitz machen lassen in der Wohnung mit extra Leckerlie geht es jetzt zumindest drinnen wieder.
Ich glaube, da liegt noch viel arbeit und noch seeehr viel mehr Geduldsproben vor mir/uns.
Ich hoffe, der link funktioniert.
Bild


So sieht sie jetzt aus.

Grüßle Eva und Surya
Ps : schön, dass es Euch gibt.
Zuletzt geändert von Sukadeva am Mo Apr 13, 2009 20:39, insgesamt 2-mal geändert.
Sukadeva
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Mo Apr 13, 2009 20:25

Und noch eins
Bild
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Heidi » Mo Apr 13, 2009 23:12

Hallo Eva,
wegen dem Leine werfen, solltest du dir nicht so viele Gedanken machen, unsere Hunde sind sehr lernfähig und verzeihen auch mal Fehler, solange sie man sie nicht zu oft macht.
Wenn Surya nicht nah heran kommen will, solltest du sie nie bedrohen, schimpfen oder etwas nach ihr werfen, da lernt sie nur, dass es gefährlich sein könnte, in deine Nähe zu kommen und braucht das nächste Mal noch länger, bis sie zu Dir kommt. Zu Dir kommen soll immer toll sein! Auch solltest du nie die Leine nach ihr werfen, da macht es keinen Unterschied, ob du sie triffst oder nicht. Surya könnte Angst vor der Leine bekommen und lässt sich dann noch schwieriger anleinen oder springt bei jeder unbedachten Bewegung mit der Leine von dir, davon.
Will Surya sich nicht anleinen lassen, kannst du folgendermaßen vorgehen: sie mehrmals während des Spaziergangs rufen, mit Leckerlis oder einem Ballspiel belohnen, Sitz machen lassen, streicheln, belohnen, wieder laufen lassen. Das Ganze mehrmals wiederholen, so dass sie nie weiß, wann sie angeleint wird. Leinst du Surya immer an derselben Stelle an, bzw. rufst sie nur zum Anleinen heran, kommt sie nicht, solange sie noch nicht genug hat.
Vielleicht hilft dir auch folgendes: viele Hundebesitzer rufen den Hund, lassen ihn Sitz machen und belohnen dann, im Glauben sie haben den Hund fürs Kommen belohnt. Eigentlich wurde der Hund aber für Sitzen belohnt, verknüpft wird immer die letzte Handlung und das ist in diesem Fall das Sitzen - nicht das Kommen. Wenn der Hund zuverlässiges Kommen lernen soll, mußt du schon mit dem Leckerli in der Hand (oder Spielzeug) da stehen, wenn du ihn rufst und sofort, wenn er da ist, belohnen.
Auch die Auswahl der Leckerlis hat einen großen Einfluß auf die Bereitwilligkeit des Hundes zu kommen, Trockenfutter, das sowieso daheim in der Schüssel liegt, ist kein großer Anreiz. Käse, Wiener Würstchen, gebratene Leber, gedünstete Pute oder Hühnchen, gekochtes Herz oder Niere erhöhen die Bereitschaft des Hundes zur Mitarbeit enorm 8-) .
Hoffe, das hilft dir und Surya ein bißchen weiter
LG Heidi
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Ole1 » Di Apr 14, 2009 08:00

Hallo Eva,
ich kenne das Problem mit dem nicht heran kommen auch sehr gut. Ole macht es genau wie deine Surya, mal kommt er sofort, dann wieder nicht oder auf kurze Distanz, um im nächsten Moment an mir vorbei zu laufen. Ich habe auch viel mit Leckerlis gearbeitet, aber wenn er nicht kommen will, weil ihn irgendetwas ablenkt, dann interessiert ihn nichts. Inzwischen habe ich mir eine Futtertube besorgt, die ich beim Spaziergang gefüllt mit Katzenfutter in der Tasche habe. Ich rufe ihn immer wieder mal ran und als Belohnung darf er dann das Futter ablecken. Da brauche ich nicht lange in der Tasche kramen und das klappt ganz gut, aber bei großer Ablenkung halt auch nicht. Deshalb geht Ole auch nur an der Schleppleine und das solange, bis es deutlich besser geworden ist.
LG Klaudi [smilie=hello.gif]
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Di Apr 14, 2009 14:48

Hallo Heidi,
vielen Dank für Deine Tipps, Surya hat normalerweise keine Angst vor mir.
Ich locke sie schon immer mit Säuselstimme und Ei dei dei.
Erst wenn die Nachbarn denken, ich hab nicht mehr alle Tassen im Schrank ist es richtig stand in einem Buch drin.
Ich glaube, das stimmt.
In der Welpenprägungsgruppe haben sie mir auch schon viele sehr gute Ratschläge gegeben.
Das Umsetzen ist das Problem.
Eigentlich muß ich erzogen werden. Zu Geduld und Konsequenz.
Ich habe 2 Kinder großgezogen und dachte, ich habe beides schon.

Bei Klaudi's Ole ist es glaube ich auch so.
Es ist manchmal alles andere spannender als ich, selbst wenn ich Kopfstand machen würde und Tango tanzen.
Da wir keinen Garten haben muß ich für jedes Pieseln etc. anleinen und zur Wohnung raus.
Sie zeigt mir jeden Käfer, jeden Regenwurm, jedes Blatt im Wind, Hummeln, Fliegen usw. kannte sie ja noch nicht, sie ist ja erst im November geboren.
Das geniese ich ohne Ende. Mein 3. Kind.
Wir sind zwar sehr ländlich aber schöner wäre es manchmal schon wenn man nur die Tür aufmachen müßte und sie kurz rauslassen könnte.
Aber dass wir den Garten nicht benutzen dürfen wußte ich vorher schon. Das war die Bedingung unserer Hausbesitzer, die 4 Kinder haben.
Sonst dürften wir hier keinen Hund halten. Bin ja schon froh, dass es überhaupt möglich ist.

@ Klaudi,
ich glaube, wir werden noch öfter reden/schreiben die kleinen "Luder" halten uns ganz schön auf Trab. Körperlich und geistig.

Liebe Grüße Eva und Surya
Sukadeva
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Do Okt 29, 2009 20:37

Hallo Ihr Lieben,
ich mal wieder. Seit 4 Wochen habe ich nun ein Pflegepferd das ich schon lange kenne.
Der 25 jährige Wallach geht ohne Eisen und ich reite jetzt auf den Wegen die ich schon seit vielen Jahren kenne.
Im Wald geht es schon ganz gut. Ich laße Surya frei laufen und wenn sie woanders hin will, galoppiere ich in die andere Richtung davon, bis sie mir hinterher kommt. Dass ich plötzlich so schnell bin hat sie mächtig beeindruckt.
Leider haben wir noch kein wirklich funktionierendes Abbruchsignal.
Einmal ist sie mir davongerannt zu einem Ziegengehege mit kleinen Böckchen. Zuvor sind wir bestimmt schon vielmals daran vorbei geritten.
Aber da standen die Ziegen blos rum.
Allem was sich schnell bewegt will sie hinterher.
Raben auf dem Feld, wegrennende Katzen, Eichhörnchen, Hühner etc. alles muß verfolgt werden.
Kurz hatte sie noch gestoppt, als mein Nein ihr entgegen donnerte aber dann gabs kein Halten mehr.
Bei den Ziegen hatte es sich schnell von alleine erledigt, denn es war ein Elektrozaun drumrum.
Sie ist volle Kanne dagegen gerannt und hat wohl einen ordentlichen Schlag bekommen. Mit lautem Jaulen kann sie mir entgegengerannt. Sie war dann für kurze Zeit fertig mit der Welt und auch die Raben waren nicht mehr wichtig. Sie wird sicher nicht mehr zu den Ziegen wollen.

Wie habt ihr denn euren Hunde beigebracht dass Katzen/Hühner/Rehe usw. tabu sind?

Apropo Rehe, da hat sie noch keines gesehen aber ich denke nicht, dass ich sie momentan davon abhalten könnte hinterher zu laufen.
Wir bleiben auch immer auf den Wegen und ins Unterholz darf sie nicht zum Stöbern rein.
Surya wird am 1. November ein Jahr alt.
Mit 8 Monaten war sie das erste Mal läufig.
Sie kann auch unglaublich lange andere Hunde nerven. Wenn die nicht mitspielen wollen werden sie halb totgebellt. Sie steckt dann auch unheimlich viele Rüffel ein bis sie einsieht, dass der andere Hund eben jetzt nicht will.
Bei kleineren oder schüchternen Hunden zeigt sie auch leichte Mobbingtendenzen die ich aber sofort unterbinde wenn ich es sehe.
Sie ist irgendwie selbstbewußter geworden und auch eigensinniger und unglaublich schnell.
Bisher war ich der totale Geschirrfreak. Da sie sich aber da so richtig reinhängen kann tendiere ich jetzt mehr zum Halsband. Aber es steht aber überall in den Hundeerziehungsbüchern drinn, dass das zusammen mit Schleppleine nicht gut ist für die Hundehalswirbel.
Wenn sich aber 25 Kg Vierradantrieb ins Geschirr schmeißt ist das für meine Schulter und für meine Sehnenscheidentzündung auch nicht gut.
Was würdet ihr mir denn raten?
Surya ist unser erster größerer Hund und der erste den wir von klein auf haben und versuchen sie anständig zu erziehen.

Grüßle Eva
Sukadeva
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Hüteweiler » Fr Okt 30, 2009 13:46

Hallo Eva,
meine Mitarbeiterin hat 'ne holländische Herder Hündin, die ist grad heute 2 Jahre geworden, war aber als Junghund genauso wie Deine. Die Hunde suchen nicht wirklich nach Jangdbeute, aber sie fahren unheimlich auf optische Reize ab. Alles was sich schnell bewegt, animiert zum hinterherjagen und da es ihnen nichtmal um die Beute geht, kann schon das pure hinterherrennen "Belohnung" oder Bestätigung genug für die Handlung sein. Also Hinterherrennen verboten!! Da Hilft nur Schleppleine, Unterordnung und viel Abwechslung.
Zum einen merkt sie so, dass spazieren gehen mit Dir spannend ist, weil sie z.B. was suchen darf, Bälle jagt oder Kunststückchen lernt und richtet sich mehr nach Dir ... die Bindung zwischen Dir und dem Hund wird dadurch auch verbessert. Wenn der Gehorsam stimmt, kannst Du sie später in jeder Situation abrufen, dass kann nie verkehrt sein, zumal viele Hunde erst im "Erwachsenen"Alter ihre wahre Jagdleidenschaft entdecken und dann hättest Du ein richtiges Problem. Außerdem ist es ein ganz witziges Phänomen, dass, wenn Du Dir sicher bist, dass Dein Kommando tatsächlich immer befolgt wird, Du beim Hund auch viel sicherer rüberkommst und er dann tatsächlich Dein Kommando immer befolgt. Bis ihr beide dabei nachher so entspannt seid, dass selbst bei 'nem davonrennenden Reh ein Kopfschüttlen und "die sind ehe schneller als Du" reicht [smilie=smile.gif] .
Wenn Dein Hund aber einmal die Gegenseite "gekostet" hat, hast Du für den Rest seines Lebens ein mehr oder minder großes Problem! Also würde ich hier ganz arg, sehr konsequent und bis es 110% sitzt dran arbeiten; ... die Herderhündin ist jetzt an flüchtigen Rehen in 80% sofort abrufbar und beim Rest ist sie aber beim zweiten Rufen auf Abbruch eingestellt.
Ich hatte Glück, bei meine beiden hatte sich das sehr schnell erledingt bzw. der Große hat sich nie wirklich interessiert ... [smilie=angel-smiley-015.gif]
Geschirr oder Halsband ist so'ne Sache. Meine Hündin ist mit Halsband großgeworden und hat mehr als einmal einen "annen Hals" bekommen, sie hatte das auch ab und an mal nötig, aber sie hat halt als Rottweiler auch Nackenmuskeln, die so manchen bodybuilder vor Neid erblassen lassen. jetzt ist sie alt und da sie sich mit zunehmendem Alter irgendwie schneller mal was augerenkt hat, trägt sie jetzt Geschirr ... aber sie horcht auch wirklich gut, so dass sie jetzt so oder so keinen Leinenruck mehr braucht und wenn sie wegen irgendwas in die vollen geht, kann ich sie mit Geschirr sogar besser halten.
Der Rüde dagegen ist 'ne absolute Katastrophe, der hat am Halsband gezogen und zieht auch am Geschirr, wenn er will. Allerdings finde ich selbst ihn mit Geschirr besser zu halten ... und er wiegt über 50 kg(!) ... Du nimmst dem Hund die Kraft, wenn Du den Vektor der Kraftübertragung brichst, will sagen, so lange Dein Hund an der Leine quasi als grade Verlängerung Deines Arms zieht, kann dich selbst ein Dackel von den Socken hauen, weil die Kraftübertragung von Hund auf Arm/ Schulter linear und damit ohne Verlust funktioniert, unterbrichst Du das aber, indem Du den Hund z.B. im Geschirr mit den Vorderbeinen hoch hebst, hat er nur noch ein Bruchteil seiner Kraft, weil die Kraft aus der Vorhand und nicht aus den Hinterbeinen kommt ...
Was hälst Du daher zusätzlich von 'nem Halti?? Damit kannst Du - bei konsequentem training - an Halsband oder Geschirr führen, kannst auch damit die Richtung der Kraft einfach umlenken und - da der Hund ja noch jung ist - sie gleichzeitig auf ein ordentliches Fuß- gehen erziehen ... ist allerdings nur praktikabel, wenn Du nicht mehrere Hunde gleichzeitig führst.
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Ole1 » Fr Okt 30, 2009 14:21

Hallo Eva,
deine Schilderungen kenne ich nur zu gut. Bei Ole haben genau die gleichen Probleme mit gut 8 Monaten angefangen. Er ist auch allem hinterher, was sich schnell bewegt hat [smilie=action-smiley-060.gif] . Ich mußte beim Spaziergang immer vorausschauend und denkend unterwegs sein und oft war er doch schneller und ab. Ich habe es dann auch mit Schleppleine und Geschirr versucht mit dem Ergebnis, daß die Leine meist staff war und er im Geschirr hang [smilie=angry-smiley-055.gif] . Wenn er mal plötzlich von 0 auf 100 losgespurtet ist, habe ich einen Schlag in den Rücken bekommen und zweimal hat Ole sich dabei selber eine starke Zerrung im Schulterbereich zugezogen.
Wir haben dann nur noch eine normale Leine und ein Halsband genommen und Freilauf war gestrichen, bis die Unterordnung geklappt hat. Inzwischen kann ich ihn auch abgeleint lassen und er kommt sofort zu mir, wenn ich ihn abrufe oder stehen bleibe. Nur wenn andere Hunde erscheinen klappt das noch nicht, daran arbeiten wir noch hart. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man immer und überall konsequent sein muß und gelobt wird nur, wenn ein Kommando gleich und korrekt ausgeführt wird. Ole ist inzwischen hoch erfreut, wenn er zu mir kommen "darf" und dafür gelobt wird. Ich habe auch vieles ausprobiert und bin jetzt glaube ich auf dem richtigen Weg, der aber noch lange nicht zu Ende ist.
LG Klaudi
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Fr Okt 30, 2009 23:12

Dankeschön für die Antworten.
Also vom Ball spielen, Frisbee werfen etc. hat uns die Hundetrainerin abgeraten.
Damit kann man Surya in ganz kurzer Zeit so aufheizen, dass sie nachher nur noch spinnt und wild hechelnd vor einem hin und her hüpft.
Selbst Stöckchen werfen ist verboten. Sie darf Stöcke aufnehmen und mit tragen aber eben nicht dem Stock hinterher wenn ich werfe sondern erst wenn er schon am Boden liegt. Die schleift sogar die großen Pfosten mit denen Pferdekoppeln eingezäunt sind in der Gegend herum.
Sie kann fast das Maul nicht so weit aufmachen. Die muß unheimlich starke Nackenmuskeln haben.

Wegen einem Halti muß ich mich erst noch informieren. Ist mir im Moment noch zu extrem, wenns vielleicht auch anders geht.

Nur kurze Leine und Halsband geht schon garnicht, da wir keinen Garten haben, das heißt ich muß zu jedem Pieseln raus und ihren "Freilauf" um sich auszutoben braucht sie halt auch.
Wir sind jetzt von 5 auf 10 Meter Schleppleine umgestiegen wenn wir auf den Wiesen sind.
Schon wegen der Miezekatzen möchte ich sie unter Kontrolle haben.
Möchte nicht, dass sie einem Kätzchen was tut.
Für mich ist das eine Horrorvorstellung, dass ein Kind vielleicht auf seinen Spielkameraden wartet und der kommt nicht mehr, weil ein Hund ihm den Garaus gemacht hat.

Frage:
Wie haltet ihr es denn mit mausen?
Dürfen eure Hunde Mäuse jagen oder erwischen sie die sogar?
Bin da im Zwiespalt. Möchte ihr nicht alles verbieten was Spaß macht aber meine Wellis sind auch nicht als Hundefutter gedacht?
Kennt sie den Unterschied?

Grüßle Eva
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Ole1 » Sa Okt 31, 2009 09:18

Hallo Eva,
die gleichen Bedenken wie Du hatte ich anfangs auch. Ole tat mir leid, wenn er seinem Drang nach Freiheit und rennen nicht nachgehen konnte. Ich habe ihn dann zwischendurch immer mal wieder frei gelassen, mit dem Ergebnis, daß er wieder einen Strich auf seiner Liste gemacht hat und hätte er grinsen können, so hätte er das getan :yeah: Es hat eine Zeit gedauert, bis ich wirklich konsequent mein Programm durchgezogen habe, aber es hat auch deutlich zum Erfolg geführt. Nachdem es an der normalen Leine gut funktioniert hat, habe ich eine 4m-Leine genommen, die ich dann irgendwann einfach nur noch am Halsband eingeklickt hatte, aber ihm Fall, daß der Hundi sich zu weit von mir entfernt, konnte ich sie immer schnell greifen.
Ole ist kein Hund, den man mit Leckerlis motivieren kann, schon deshalb mußte eine andere Methode her. Jetzt ist ein freundliches Loben mit Worten und Streicheln das Größte für ihn, so als wenn er fragt "habe ich das gut gemacht?" :eiei:
LG Klaudi
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Re: Junghund und Pferd?

Beitragvon Sukadeva » Sa Okt 31, 2009 12:19

Danke Klaudi,
bei Surya ist es ähnlich. Futter streichen und alles aus der Hand füttern funktioniert auch nicht wirklich.
Wenn sie wo hin will ist ihr das alles Wurst im wahrsten Sinne des Wortes.
Noch nicht mal etwas das sie sonst nie bekommt kann sie wirklich davon abhalten.
Streicheln ist auch so ne Sache. Von oben über de Kopf ist ihr immernoch unheimlich, auch von uns.
Das darf ich nur abends wenn sie schon sehr müde im Körbchen liegt.
Wenn ich sie verbal lobe, meint sie gleich sie muß nach vorne losrennen.
Sie ist einfach eine richtige Hibbelmaus und sehr nervös.
Mal sehen wie es am Sonntag wieder klappt mit Ausreiten.
Da muß ich sie nun mal frei laufen lassen.
Alles andere ist mir zu gefährlich.
Werde dann wieder berichten.

Grüßle Eva und (Power)surya
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