Ulrike, das hast Du aber ganz in den falschen Hals gekriegt. Ich habe doch nicht behauptet, Du würdest das Aussortieren bei den Füchsen unterstützen wollen!
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Ich habe nur gesagt, daß das Ausmerzen der hellen Füchse die einfachste Methode sei, vorwiegend dunkle Füchse zu erhalten. Warum beziehst Du das gleich auf Dich?
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Eigentlich solltest Du wissen, dass ich weiss, dass Du... na lassen wir das. Schätze mal, das fällt unter "schriftliches Mißverstehen".
Gib mal bei Google die Suchworte "Hovawart" und "wildfarben" ein. Da wirst Du vielfach fündig (ob Fotos dabei sind, kann ich nicht versprechen).
So, und jetzt'n bisschen wissenschaftliches theoretisieren
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. Erstmal vorweg, rot ist genotypisch nicht gleich rot und schwarz ist genotypisch nicht gleich schwarz. Ich finde es schwierig, Hunde ähnlicher Farbe miteinander zu vergleichen, wenn man nicht weiß, wie die Farbe genotypisch zustandekommt.
Als Allel bezeichnet man eine mögliche Ausprägungsform eines Gens. Allele liegen immer paarweise vor (doppelter Chromosomensatz). Meistens gibt es mehr als eine Ausprägungsform auf einem Genort, was zu Allel-Serien zusammengefaßt wird.
Die
Agouti-Serie umfaßt:
- Schwarz
- Wolfsfarben/Wildfarbe: Bänderung des Haares + Wildfarbigkeitsabzeichen am Körper
- alle möglichen Rot- und Gelbtöne mit schwarzen Abzeichen/Haarspitzen/vereinzelten schwarzen Haaren
- Sattelmuster
- schwarz-lohfarben, auf engl. black and tan, oder auf "AHisch"
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gelbbackig.
- rezessives Schwarz (nicht bei allen Rassen, aber z.B. bei DSH, Groenendael und Aussie). Es blockiert die Einlagerung von Phäomelanin.
Sowohl Schwarze als auch Füchse und Gelbbacken sind in der Agouti-Serie zu finden.
Dann gibt es noch die
Extensions-Serie. Sie bestimmt:
- Schwarze Maske bei normaler Grundfarbe
- keine schwarze Maske, normale Grundfarbe
- Stromung
- keine Eumelaninproduktion im Fell, aber trotzdem in der Haut. Alle Rot- bis Gelbtöne, von dunkelrot bis cremefarben.
Hier dürften sich die Füchse finden, die rein rot sind, also die kein einziges schwarzes Haar haben.
Ansonsten finden sich hier z.B. der Irish Setter und der Golden Retriever.
Und die
Schwarz-Serie:
- schwarz voll ausgebildet
- schwarzes Pigment kann nicht gebildet werden, schwarz wird am ganzen Körper zu leber- bzw. schokofarben.
Hier dürften sich einerseits die Schwarzen, andererseits z.B. die seltenen "Schokogelbbacken" finden.
Die
Dilution-Serie:
- alle Farben voll ausgebildet
- alle Farben verdünnt
Die
Marmorierungssereie:
Bestimmt, ob Merlefaktor vorhanden oder nicht vorhanden ist.
Die
Pigmentintensivierungs-Serie:
- intensives Rot
- normales Rot
- abgeschwächtes Rot
Ansonsten gibt es noch die Tüpfelungs-Serie (z.B. Dalmatiner), die Scheckungs-Serie (bei echt gescheckten Hunden, nicht Merle), die Grau-Serie für vorzeitiges Ergrauen, und die Chinchilla/Albino-Serie, die für pfeffer-salz- und weiße Farbe verantwortlich ist.
Meist ist der Erbgang innerhalb der Serien dominant-rezessiv. Das bedeutet, daß sich das dominante Allel phänotypisch durchsetzt, das rezessive nur dann, wenn es homozygot vorliegt (das Allelpaar also aus zwei gleichen Allelen besteht).
Es gibt ja nun bei den Mitteldeutschen Schwarze, die rötlich schimmern und Rote mit Wildfarbigkeitsabzeichen und sonstige rätselhafte "Mischformen".
Dafür habe ich folgende Erklärungsmodelle gefunden:
a) Das Fuchsrot der Agouti-Serie ist eigentlich gar nicht rot, sondern wildfarben, aber mit zurückgewichener schwarzer Bänderung, sodass es rot erscheint. Umgekehrt ist bei anderen das Schwarz so ausgedehnt, daß der Hund schwarz (mit Rotstich) erscheint.
b) Es gibt auch einen intermediären Erbgang, d.h. die Allele werden "unvollkommen dominant" vererbt. D.h., sie setzen sich im Phänotyp nicht bzw. nicht komplett durch. Es kommt zu einer gemischten Merkmalsausprägung, die von beiden Allelen beeinflußt wird. Oder, unwissenschaftlich ausgedrückt, hier lassen sich wirklich beinahe wie im Tuschkasten die Farben miteinander mischen. Die Übergänge vom dominant-rezessivem zum intermediären Erbgang sind fließend. Kann es vielleicht sein, daß ein intermediärer Erbgang der Agouti-Serie für die AH zutrifft? Dazu würde die These passen, daß man mit Schwarz das Rot intensivieren kann. So ließe sich auch die These erklären, daß Fuchs x GB so etwas wie wildfarben erzeugen kann.
Da das Rot dieser Serie dominant über schwarz-loh ist, fielen bei dominant-rezessivem Erbgang in der ersten Generation ausschließlich Füchse, danach Füchse und GB, aber nie irgendwelche Mischformen....
Ist aber auch wieder nur eine Theorie, aber zumindest eine, die die Gerüchte plausibel erklären könnte.
Das Rot/Gelb ganz ohne Eumelanin, das die Farbe der Irish-Setter und Golden Retriever bestimmt, muss reinerbig vorliegen und mischerbige IR und GR gibt es demnach gar nicht. Das kann man doch nicht mit den diversen Farbmöglichkeiten bei den AH vergleichen, denke ich.
Gibt es den Ridgeback eigentlich auch mit Schokonase?Also ich meine fleischfarbende Schleimhäute...oder nur immer schwarz?
Ja, gibbet auch mit leberfarbener Nase.
Warum war oder ist die Wildfarbe bei den Hovis zuchtausschliessend?
Weil irgendwelche Typen im Rassehundeverein mal beschlossen haben müssen, daß sie diese Farbe nicht haben wollen. Reine Geschmacksfrage, würde ich sagen.
In der letzten DOGS gibt's nen schönen Artikel über Fehlfarben beim Hund. Zitat:
...eine rein willkürliche Entscheidung, die mit Gesundheit und Wesen des Hundes rein nichts zu tun hat... Was als Fehlfarbe bezeichnet wird, ist also meist eine Frage des Geschmacks. Entsprechend eindeutig ist die Sicht des österreichischen Kynologen und Tierzuchtexperten Dr. Hellmuth Wachtel zum Thema: "Rosen und Nelken kann man nach Farben züchten. Bei Hunden führt das zur Abnahme der genetischen Vielfalt." In dem Sinne...
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Man hat's nicht leicht, aber leicht hat's einen.