von Gloor » Mo Jan 04, 2010 13:31
Diese ganze Diskussion um die Farbe kenne ich von meiner Schafrasse (Rauhwoller) her. Da macht es auch wirklich Sinn, da die Wolle hier ein Produkt ist, welches ungefärbt in die Verarbeitung gehen soll. Bei den Altdeutschen interessiert mich die Farbe nicht die Bohne. Die drei Dinge die wirklich von Bedeutung sind, sind Eigenschaften, Eigenschaften und nochmals Eigenschaften. Ganz konkret: Der Altdeutsche ist ein Gebrauchshund. Die erste Selektionsmaßname, die in Richtung Farbe geht, ist eine Fehlentscheidung in der Angelegenheit, was man von dieser Rasse erwartet.
Allerdings bekomme ich an dieser Stelle auch gleich ein Problem: Das Arbeitsgebiet unserer Rasse wird immer kleiner, wobei mir keiner sagen kann, ob das auf Dauer sein wird, oder nur eine Frage von Jahrzehnten. Wir befinden uns jetzt schon in einer Phase, wo die Mehrheit der Züchter nicht mehr in der Lage sind, auf ausgesprochene Hütetauglichkeit zu selektieren --- das ist einfach so, weil es wesentlich mehr Hunde gibt, als in den großen Schäfereien benötigt werden. Um so größer ist unser aller Verantwortung hinsichtlich dessen, was wir aus dieser Rasse machen wollen. Jetzt aber aus Mangel an Ideen in den "Farbwahn" abzudriften, halte ich für das falsche Signal. Anstatt eine typische Designerzucht zu betreiben, wie es bei Huhn und Karninchen üblich ist, sollte man besser die jetzige und zukünftige Struktur der Schafhaltung in Deutschland begreifen und dem Altdeutschen eine nachhaltige angepasste Gebrauchsfähigkeit rund ums Schaf zu Teil werden lassen -- über Farbe sollte dabei nie auch nur ein sterbens Wörtchen gesprochen werden.
LG Norbert