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Inzucht,Inzest,Linienzucht

Rund um die Zucht, Genetik und Aufzucht von Welpen

Inzucht,Inzest,Linienzucht

Beitragvon Ulrike » Sa Jan 31, 2009 13:27

Hallöchen
Ich denke damit wir beim Thema Ausblassung Fuchs+Fuchs nicht ZU sehr abweichen eröffne ich einfach mal ein neues Thema welches ja im Fuchs+Fuchs nun zur Ansprache kam.
Dafür habe ich mal ein Zitat von Moni mit "rübergebracht"

Loki hat geschrieben:@Ulrike
Inzucht gibt es doch bei jeder Rasse, sonst wäre die Rasse nicht entstanden.Jede Rasse kann man auf wenige Hunde zurückführen. Was du meinst ist die Inzestverpaarung, also Geschwister, Halbgeschwister, Vater mit Tochter etc.
LG Monika

Moni das es Inzucht bei jeder Rasse gibt und diese teilweise nur dadurch so identisch in ihrem "Typ" sind,ist mir völlig bewusst.
Würde mich freuen wenn wir hier einfach mal auseinanderklamüsern würden wo Inzest aufhört und Inzucht anfängt,bzw was ist eigentlich der so gern verwendete Ausdruck Linenzucht.
Ich denke das sind Wörter die gerne mal verwendet werden,obwohl bei den Nutzern der Wörter gar nicht eindeutig klar ist was hinter dem Begriff eigentlich steckt.
Kann schliesslich nicht schaden auch darüber mal zu diskutieren oder?!
Hab Euch mal ein Beispiel mitgebracht wo ich mir wünschen würde das wir anhand dieses Beispiels mal diskutieren oder auch herumspinnen ob man da von Inzucht,Inzest oder Linienzucht sprechen kann oder sprechen sollte.
Die Namen der Hunde habe ich logischerweise aus Datenschutzgründen in Doppelbuchstaben abgeändert...gleiche Buchstaben bedeuetet derselbe Hund.
Von was sprechen wir nun bei der Verpaarung dieser beiden Hunde,die wirklich miteinander verpaart wurden?
Inzest?
Inzucht?
Oder Linienzucht?
Bild

Bild


Will hier nochmal auf ein Zitat von Moni zurückommen.
Loki hat geschrieben:Erst wenn alle Hunde mit denen gezüchtet wird und deren Nachzuchten erfasst und die Farben, Größen und gesundheitlichen Probleme dokumentiert und ausgewertet sind ist es für mich eine sinnvolle Zucht. Dann erledigt sich das Problem der Verpaarung von zu eng verwandten Hunden von allein.


Hatte Dir daraufhin folgende Fragen gestellt
[/quote]
@Moni
Du meinst also das das Inzuchtproblem ein Problem der Schwarzzüchterei ist ja?
Meinst Du also wenn man "verbandsbezogen" züchtet das Problem der Inzucht ausgeschlossen ist,weil die Hunde erfasst werden?
LG Ulrike[/quote]

Die erste Frage hast Du ja schon beantwortet in dem Du schriebst:
Loki hat geschrieben:Es ist einfach eine Rechenaufgabe. Wenn eine Hündin 6 Welpen hat und nur jeder 2. Hund wieder 6 Welpen produziert, so sind in der 4. Generation (immer nur von 6 Welpen jeden 2. gerechnet) also nach 8 Jahren wenigstens 169 Hunde geboren worden und dann natürlich gibt es auch eine Menge Besitzer, die überall verstreut mit ihren Hunden leben. Wenn dann nichts zentral aufgezeichnet ist, wer soll sich dann noch an die Ausgangshündin ihre Abstammung und die direkten Nachzuchten bzw. den/die Züchter erinnern. Die wenigsten werden umherreisen und versuchen die Wurzeln zu finden. Früher wo nur die Hunde regional an Schäfer weitergegeben wurden die gebraucht wurden, konnte man sich das sicherlich noch ganz gut merken.


Ist logisch und leuchtet einem ganz klar ein.
Aber ist die Garantie wirklich gegeben das wenn die Hunde alle zentral aufgezeichnet werden würde das eben keine Inzest zustande kommen kann?

LG Ulrike die sich wie immer über viele viele Antworten freuen würde
Ich weise darauf hin das der gesammte Text meinem Copyright unterliegt!
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Ulrike
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Re: Inzucht,Inzest,Linienzucht

Beitragvon Loki » Sa Jan 31, 2009 14:33

Ich glaube eine Garantie gibt es nicht, aber der Prozentsatz inzestiöser Verbindungen wäre auf ein Minimum herabgesenkt..

also nochmal Inzestzucht ist die Verpaarung von Geschwistern, Halbgeschwistern, Vater und Tochter oder Mutter und Sohn. Das ist übrigens von Seiten des VDH verboten.

Linienzucht ist dasselbe wie Inzucht im engeren Sinn: Verpaarung von Hunden die näher verwandt miteinander sind als der Rest der Population, also beispielsweise Cousin und Cousine. Das Ziel der Linienzucht ist Voraussehbarkeit wie der Wurf sowohl äußerlich als auch wesensmässig höchstwahrscheinlich ausfallen wird. Linienzucht schränkt immer die Vielfalt der Vererbung ein, positiv wie negativ.

Um den Grad der Inzucht zu berechnen gibt es den Inzuchtkoeffizienten, allerdings muß man bei kleinen Populationen den Inzuchtgrad der ganzen Population mit berücksichtigen.

Leider kann ich mit deiner Tabelle absolut nichts anfangen.

LG Monika
LG Loki



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Re: Inzucht,Inzest,Linienzucht

Beitragvon Briddy » Sa Jan 31, 2009 15:31

Linienzucht schränkt immer die Vielfalt der Vererbung ein, positiv wie negativ.

Ergänzend möchte ich noch erwähnen, daß die Fixierung eines Merkmals immer mit dem Verlust genetischer Vielfalt einhergeht, bei Linienzucht/Inzucht nur viel schneller und effektiver. Die Fixierung erfolgt durch Homozygotie (Reinerbigkeit), d.h. daß beide Allele identisch sind. Dadurch wird zwangsläufig die Vielfalt dessen, was der einzelne Hund vererben wird, eingeschränkt, und zwar nicht nur bei dem Merkmal, das man fixieren will, sondern ungewollt auch bei anderen Erbinformationen. Gewollt oder ungewollt weggezüchtete Eigenschaften können nicht wieder zurückgeholt werden - was weg ist ist weg. Es sei denn man kreuzt Hunde ein, bei denen diese noch vorhanden sind. Wenn also alle Züchter dasselbe Zuchtziel verfolgen, kann eine Hunderasse dadurch unwiederbringlich an genetischer Vielfalt verlieren. Das ist der Grund, weshalb ich im anderen Thread schrieb, das "züchterische Durcheinander" bei den AH sei ein Glücksfall.

Die beiden Stammbäume sollen wohl besagen, daß CC mit XX verpaart wurde, obwohl beide das Paar GGxBB als Vorfahren haben.
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Re: Inzucht,Inzest,Linienzucht

Beitragvon Kolja » Mo Feb 02, 2009 13:18

Ulrike hat geschrieben:Von was sprechen wir nun bei der Verpaarung dieser beiden Hunde,die wirklich miteinander verpaart wurden?
Inzest?
Inzucht?
Oder Linienzucht?
LG Ulrike die sich wie immer über viele viele Antworten freuen würde


Hallo,

Bei dieser Verpaarung würde ich von Inzucht sprechen. Solange die Hunde G, B, T und Y keine Erbkrankheiten zeigten, sehe ich in dieser Ahnentafel kein Problem- (mal das Merle-Gene außen vorgelassen).
Würden die Hunde, deren Verdoppelung der Gene hier scheinbar gewünscht wurden, auf versteckte, rezessive Gene getested sein, wäre es für mich Linienzucht.

Die Linienzucht ist schon sehr wichtig für eine Hunderasse. Aber bei unseren AH's kennen wir doch die Ahnen höchstens bis in die 5. Generation. Und dieser Griff zu den 'fremdblütigen' Rüden/Hündinnen die man bei irgendwelchen, alten Schäfern auftut, ist bestimmt keine Garantie dafür, daß man jetzt keine Inzucht in seiner Verpaarung hat. :oops:

Von diesen 'neu entdeckten' Hunden, kenne wir doch höchstens die Eltern bzw. Großeltern - und das meist auch nur, weil man es uns erzählt. Ob das dann immer so gewesen ist ?????? - oder nicht doch der weiße Schäferhund vom Nachbarn mitgemischt hat - wer weiß ???

LG Dagmar
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